Was geschah im Dezember?

Jedes Jahr im Dezember haben unsere Kinder 5 Wochen Ferien, bevor das neue Schuljahr beginnt. Normalerweise besuchen sie in dieser Zeit ihre Verwandten, sofern sie noch welche haben. Mit den Hiergebliebenen machen wir dann besonders viele Ausflüge, um dieses Manko auszugleichen. Der Höhepunkt ist natürlich Weihnachten, was hier am 25.12. gefeiert wird.

OrgelIn diesem Jahr war alles anders. Da unsere Pädagogin Beate Mundt im wohlverdienten Weihnachtsurlaub weilte, hatten wir für die ersten drei Dezemberwochen zwei Lehrer gebucht hatten, um den Kindern Musik- und Schauspielunterricht zu geben. Musiklehrer Hassan von der Dhau Music Academy aus Sansibar und Schauspieler Isaak aus Morogoro mussten fast bei Null anfangen – außer Kirchenliedern und der obligatorischen Aufführung der musik2Weihnachtsgeschichte hatten unsere Kinder nur wenig musischen Kenntnisse, da diese Seite in Tansania schulisch nicht gefördert wird – aber jede Menge Talent. So kam es nach drei Wochen zu einem furiosen Konzert, beidseitig tränenreichem Abschied sowie zum Versprechen, jedes Jahr im Juni und Dezember für je 10 Tage den Unterricht in Mbigili fortzusetzen.

Zur Freunde der beiden Lehrer haben die Kinder, in altersgerechte Gruppen aufgeteilt, den langen Arbeitstag von 4 Stunden Musik und 2 Stunden Theaterunterricht täglich begeistert mitgetragen. Die, die keine Lust hatten, wollten spätestes nach der ersten öffentlichen Vorführung des Gelernten auch wieder mitmachen.

iopDiese ergab sich, als die Waisenkinder des benachbarten Waisenhauses I.O.P. – 30 junge Frauen, alle um die 15 Jahre alt – unsere Kinder besuchten, um ihnen Weihnachtsgeschenke, die sie aus Norwegen bekommen haben, weiterzuleiten. Sofort wurden Freundschaften geschlossen und ein baldiger Gegenbesuch vereinbart. Der Auftritt unserer Kinder wurde mit Ovationen gefeiert.river

Ein weiterer Höhepunkt war unser Ausflug zum Great Ruaha River, der meistens krokodilfrei ist- zum Glück auch an diesem Nachmittag. Selbst Mama Flora wagte sich in die starke Strömung.

Wie jeden Monat erreichten uns Hilferufe aus Mbigili: Einer Bibi (Oma) brach unter dem starken Regenfällen die Hütte zusammen, wir halfen beim Wiederaufbau; zwei Familien baten um häusliche Hilfe, um die Ernährung ihrer Kinder zu sichern – mit unserem Home Based Care Programm helfen wir inzwischen zahlreichen Familien. Hier Mama Semeni, die das Programm leitet, beim Verteilen von Kleidung.

hbcWeihnachten wird mit einem langen Gottesdienst am Abend des 24.12. eingeleitet, am 25.12. besuchte uns wie in jedem Jahr die Frau des ehemaligen Kultusministers Msolla, um sich die neuen Songs der Kinder vorführen zu lassen. Nach einem opulenten Mittagessen (Fleisch!) gab es dann Bescherung von Babu Christmas sowie die Aufführung der Weihnachtsgeschichte und einiger kurzen Sketche. Und schon am 26.12. leerte sich das Kinderdorf, da endlich die lang erwarteten Verwandtenbesuche realisiert wurden.

Für`s Neue Jahr wünschen wir alle aus Mbigili Ihnen von Herzen Gesundheit, Glück und, nicht ganz uneigennützig, dass Sie auch 2012 mithelfen, unseren Kindern eine Zukunft zu schenken.

Ingo Lenz

Was geschah im November 2009?

Das Mitarbeitertreffen am 29.11.2009 war erfolgreich. Mr. Msigwa, der Vorsitzende des afrikanischen Trägervereins, war froh, das erste Mal alle Mitarbeiter kennen zu lernen. Bisher hat er immer nur einige getroffen.

Durch die extreme Trockenheit der letzten Monate werden für jedes Haus unterirdische Regenwasserspeicher angelegt, die fast fertig sind. Außerdem wird ein Standort für einen 30 – 45 m tiefen Brunnen bestimmt, der im nächsten Jahr fertig gestellt werden soll. Die Probebohrungen müssen aber jetzt sein, solange der Wasserstand noch so niedrig ist.

Unsere Kinder haben Ende November Zeugnisse bekommen. Fast alle haben gut bis sehr gut abgeschnitten, wenige mit ausreichend. Jetzt sind die Weihnachtsferien angebrochen. Gut die Hälfte der Kinder verbringt sie bei ihren Verwandten in den umliegenden Dörfern.

Samson, Miltan und Neva haben den Kindergarten abgeschlossen und werden im Januar in die erste Klasse eingeschult. Ihre Berufswünsche sind: Samson: Präsident, Miltan: Pilot, Neva: Ärztin.

Upendo, das jüngste Mondscheinkind, ist zum vierteljährlichen Check mit ihrem Vater ins Ocean Road Cancer Hospital nach Dar es Salaam gefahren. Beide Elternteile kümmern sich vorbildlich um ihre Kinder.

Die beiden ersten Weltwärts – Freiwilligen, Jan Ellers und Wiebke Scharper, sind im Kinderdorf eingetroffen. Sie haben sich sehr schnell eingelebt und brachten viele gute Ideen für ihre Arbeit hier mit. Sie werden vormittags in den Kindergärten im Kinderdorf AOHM und im Dorf Mbigili mithelfen und nachmittags Nachhilfe geben. Wiebke wird versuchen, den Kindern langfristig Mengenverständnis beizubringen. Jan will mit Pfadfinderaufgaben das Verantwortungsbewusstsein der Kinder stärken. Musik- und Sportarbeitsgemeinschaften sollen angeboten werden.

Christa Hettrich hat den Kindern neue Zahnbürsten spendiert und eine Aktion gestartet: „Wie putze ich richtig.“

Am 23.10. wurde in Mbigili offiziell der Kindergarten eingeweiht, den wir dem Dorf im Gegenzug für unser Grundstück gestiftet haben.
Vier Wochen später machten 50 Kinder zum ersten Mal Bekanntschaft mit Dada Irene, der neuen Kindergärtnerin und nahmen auf zwei Bastmatten dicht gedrängt Platz. Jetzt müssen noch Möbel und Spielzeug angeschafft werden.

Das Neema Cafe in Iringa hat unseren Rosella -Tee in sein Sortiment aufgenommen und verkauft ihn für einen Probemonat um zu sehen, wie er angenommen wird.

Ingo Lenz

Was geschah im…Okotber 2009

MondscheinkinderMitte Oktober kamen die „Mondscheinkinder“ Lilian und Upendo zusammen mit ihrem Bruder Jakob, der auch erste Symptome der Krankheit zeigt, und ihrer Mutter wieder ins Kinderdorf. Sie waren von der letzten Behandlung im Krankenhaus in Dar es Salaam in ihr Heimatdorf zurueckgekehrt, weil die Ärzte dort der Mutter gesagt haben, dass nichts ihren Kindern helfen wird und sie in jedem Fall sterben muessen. Daraufhin hat die Mutter keinen Sinn mehr in der Behandlung durch weisse Ärzte gesehen und hat die Kinder wieder einem „Witchdoctor“(Medizinmann) in ihrem Heimatdorf anvertraut. Gluecklicherweise konnten wir sie zur Rueckkehr ueberreden, Lilian ging es bereits sehr schlecht und sie musste sofort wieder ins Krankenhaus zu einer weiteren Tumoroperation.

maria francoWir haben zwei neue Kinder: Baracka, 3, ist von seiner Mutter getrennt worden, da sie geistig verwirrt ist, seit ihr Mann sie mit einer Machete schwer am Kopf verletzt hat. Maria, 7, hat mit ihrer Mutter auf der Strasse in Iringa gelebt und musste von diesen Lebensumständen geschuetzt werden. Sie ist sehr selbstbewusst, aber scheint noch nicht von diesem Leben „verdorben“.

Es tummeln sich mehrere Schafe, Ziegen, 3 Schweine und 6 Kuehe auf dem Gelände. Ein Kalb ist schon geboren, und bald kommen 2 Esel dazu. Heute Nacht wurden 9 Hundebabies geboren! Leider sind beide Affen verschwunden, und von den 6 Katzen leben auch nur noch zwei.

brunnenDurch die extreme Trockenheit der letzten Monate werden fuer jedes Haus unterirdische Regenwasserspeicher angelegt, die fast fertig sind. Außerdem wird ein Standort fuer einen 30-45 m tiefen Tiefbrunnen bestimmt, der im nächsten Jahr fertiggestellt werden soll. Die Probebohrungen muessen aber jetzt sein, solange der Wasserstand noch so niedrig ist.

Kindergarten EröffnungAm 23.10. wurde in Mbigili offiziell der Kindergarten eingeweiht, den wir dem Dorf im Gegenzug fuer unser Grundstueck gestiftet haben. Jetzt muessen nur noch Möbel, Spielzeug und eine Kindergärtnerin gefunden werden. Das Haus jedenfalls steht, und sehr, sehr viele Dorfkinder warten sehnlichst drauf, es zu benutzen.

Die beiden Freiwilligen Lisa Marx und Tjorven Zehme sind wieder nach Deutschland abgereist und haben einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Die Kinder und Mitarbeiter haben sich auch ueber den Besuch von Klaudia Schmitz und Christoph Lettgen gefreut, die jetzt zusammen mit Lyimo Riwato und Ursula Lettgen alle wieder nach Deutschland zurueckgekehrt sind.

Seit Anfang Oktober hat Alberto endlich die Buchfuehrung etc. von Mama Mosha uebernommen.

Unsere Kinder beim Tanzen

In Iringa findet am 14.11. die erste von zwei Ausstellungen meiner Fotos vom Kinderdorf im Neemas Cafe statt. Die 16 Bilder werden fuer je 20.000 TSH (ca. 15,– €) verkauft, von denen wir 16.000 TSH fuers Kinderdorf bekommen. Die zweite Ausstellung ist fuer Februar geplant.

Am 30.Oktober begann mein Sprachkurs , ebenfalls in Iringa.

Ingo Lenz