Was geschah im…Januar 2014?

Ingo Lenz ist zur Zeit in Deutschland, um vom Leben im Kinderdorf zu berichten und Spenden für das Kinderdorf zu sammeln. Der Dezemberbericht stammte daher von Kathrin, die als Englischlehrerin in der Grundschule in Mbigili arbeitet.

Jetzt im Januar berichtet Laura aus dem Kinderdorf. Sie arbeitet in unserem Kindergarten:

 

Ein neues Schuljahr fängt an, und so gibt es auch bei meiner Arbeit im Kinderdorf einige Veränderungen. Dadurch, dass unsere 4 ältesten Kindergartenkinder (Asnat, Baraka, Agripina und Theresia) in die erste Klasse gekommen sind, bleiben mir jetzt die Allerkleinsten: Harriet, Arnold, Savio (alle 2), dann Mwaka und Anna (beide ca. anderthalb) und dann die Knirpse Consolata und Jenny, die jetzt auch schon fester Bestandteil der Gruppe und jeden Tag dabei sind. Jenny kann gerade laufen und Conso übt sich auch schon ab und zu darin.

Somit fällt für mich die Schwierigkeit weg, sowohl die großen Coolen, als auch die kleinen Krabbler und Quatscher in einer Gruppe zu beschäftigen. Dafür ergeben sich neue Herausforderungen, was zum Beispiel das Windelwechseln mit einschließt. Außerdem werde ich mir für die Kleinen jetzt noch mal ganz neue Spiele und Aktionen überlegen, weil viele zu klein für etwas wie Memory sind oder Angst vor den Tieren auf der Farm haben. Das klappt bis jetzt jedoch alles sehr gut, die Kinder hören auch einigermaßen auf mich und haben sich l
angsam an die Struktur gewöhnt, die ich versuche, ihnen zu geben.
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Das bedeutet: Wir fangen morgens erst mal mit singen, toben, hüpfen, klatschen oder tanzen an, setzen uns dazu meist in einen Kreis und üben oft gleichzeitig zählen. Danach spielen wir frei. Das heißt, dass ich Spielzeug, Handpuppen oder Malsachen mitbringe und sie spielen lasse, was sie wollen. Manchmal nehme ich Bilderbücher mit und lese ihnen vor oder zeige ihnen die Bilder und lasse sie erklären, was sie darauf sehen. Oder wir gehen draußen spielen oder besuchen die Tiere, was mit den kleinen Kindern noch mal viel länger dauert, als mit den größeren vorher, weil allein der Weg dorthin dann so lang wird! Am Ende räumen wir alle zusammen auf und singen noch ein Abschlusslied, bevor die Kinder gehen.

 

 

 

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Mir macht der Kindergarten nach wie vor sehr viel Spaß, ich verstehe mich sehr gut mit den Kindern, was aber nicht ausschließt, dass sie auch mal vor der Tür im Time-out sitzen, wenn sie frech waren oder sich nicht entschuldigen.

 

Soweit der Bericht von Laura. Ingo Lenz wird Anfang Februar wieder nach Mbigili reisen.

 

Laura, Kathrin und Christoph, sowie das gesamte Team grüßen aus Mbigili

 

Was geschah im Dezember 2013 ..?

Anfang Dezember habe ich mit Laura Kekse für den Weihnachtsmarkt in Iringa gebacken, auf dem wir unter anderem farmeigene Produkte zu Gunsten des Kinderdorfes verkaufen wollten. Wir hatten unseren Stand in einem großen Raum, zusammen mit vielen anderen Verkäufern und Acheni und Meshak waren als Unterstützung dabei. Nach und nach verkauften wir immer mehr, am Ende war gar nicht mehr viel übrig.

 

Am 06.12 schloss die Schule, sodass ich diesen Monat viel Zeit im Kinderdorf verbracht habe. Vorher hatten Christoph und ich aber noch einen kleinen Workshop für die Lehrer organisiert, geleitet von einem Tanzanier (der auch in Deutschland für die Deutsch-Tansanische Partnerschaft arbeitet) in dem es um Probleme in der Schule ging, speziell bezogen eben auch auf die Specialneeds- Gruppen des Projektes über das ich letztes Mal erzählt habe.

Nach und nach trudelten die großen Kinder auch im Kinderdorf ein und wir schnappten sie uns schnell zum Patenbriefe schreiben. Das Patenbriefeschreiben funktionierte sehr gut, Laura und ich haben das zusammen gemacht. Es ist sehr aufwändig, man ist aber auch stolz, wenn man es dann endlich geschafft hat.

Mitte Dezember gingen viele Kinder zu Verwandten, sodass nur noch 15 Kinder im Dorf waren. Das Baumhaus ist nun fertig, sodass wir es mit einem Abendessen oben im Baumhaus mit den Kindern einweihten.

Außerdem hatten wir Besuch vom Musiklehrer Hassan aus Sansibar (als noch alle Kinder da waren). Vormittags brachte er ihnen neue Tänze bei, nachmittags gab er Klavier- und ich Gitarrenunterricht. Die Kinder schienen wirklich sehr viel Spaß gehabt zu haben und führten am letzten Abend natürlich stolz das Gelernte auf.

 

Geschenke wurden eingepackt, ein Weihnachtsmann organisiert, die Weihnachtsvorbereitungen liefen auf Hochtouren. Hier wird Weihnachten ja erst am 25.12 gefeiert, morgens gab es Chapati zum Frühstück und danach ging es gemeinsam zur Kirche. Ich saß mit Elias auf den Treppen vor der Kirche, weil der Gottesdienst noch nicht begonnen hatte, da kam eine Mama aus dem Kinderdorf auf mich zu und teilte mir mit, dass der 25 Tage alte Julius gerade eben im Krankenhaus verstorben sei. Am 03.12 hatte Ingo den Kleinen ins Dorf gebracht, etwa 3 Wochen später bekam er Fieber und verstarb dann im Krankenhaus. Mitten im Gottesdienst sind wir zu seiner Familie gefahren, um ihr das verstorbene Kind zu bringen. Laura und ich waren den ganzen Tag dabei. Es wurde Holz für den Sarg gesucht, die Frauen nahmen in einem kleinen Raum weinend und singend Abschied von Julius. Er wurde direkt neben seiner Mutter, die Anfang des Monats ebenfalls verstorben war, beerdigt.

 

Am Abend versuchten wir das Weihnachtsfest für die Kinder noch so schön es ging zu gestalten. Benne, der Freiwillige aus Kilolo, spielte den Weihnachtsmann, es gab Geschenke und viel Essen. Es wurde noch ein bisschen getanzt und gesungen und dann hieß es für die Kinder auch schon ab ins Bett.

Am nächsten Tag machte ich mit den Kindern einen Ausflug zum Riverside. Laura und ihre Familie kamen auch mit. Wir hatten uns von den Mamas das Essen mitgeben lassen, sodass wir, nachdem sich die Kinder am Fluss ausgetobt hatten, gemeinsam dort essen konnten. Danach tobten die Kinder weiter auf dem Spielplatz und am Ende spielten wir mit den Kindern noch “Reise nach Jerusalem” und viele andere Spiele. Besonders die Kleinen schliefen auf der Rückfahrt vor Erschöpfung ein.

 

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Alle Kinder sagen herzlich „Danke“ für die liebevoll ausgesuchten Geschenke und für die schönen neuen T-Shirts und Sweatshirts. Besonders viel Spaß hat auch die Schnitzeljagd mit Lauras Eltern und Geschwistern gemacht. Der „Schatz“ waren die gespendeten Handpuppen. Eine schöne Überraschung!

 

Mitte Januar fängt die Schule wieder an.

 

Kathrin, Laura, Christoph und das gesamte Team aus dem Kinderdorf Mbigili

Was geschah im November 2013..?

Im November wird die Farm für die Regenzeit vorbereitet.  Felder werden gepflügt, Saat eingekauft. Unser neuer Traktor bedeutet eine sehr große Arbeitserleichterung für die Farmarbeiterinnen.

 

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Wie abhängig wir vom Wasser sind, mussten wir in der schlimmsten Trockenphase erleben: Unsere Wasserpumpe im Tiefbrunnen schmolz durch.  Da wir jeden Tag 20.000 Liter Wasser verbrauchen,.- einschließlich Farmbewirtschaftung – können Sie sich vorstellen, was das bedeutete. Nach vier Tagen ohne Wasser hätten wir uns ernsthaft Gedanken über Notschlachtungen machen müssen. Glücklicherweise konnten wir schnell eine neue besorgen, die ihren Job mehr schlecht als recht erledigt, bis wir Ersatz aus Deutschland bekommen. Solche Extraausgaben sind teuer und ärgerlich.

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Unsere Kinder sammeln die letzten Tropfen aus einem unserer Regenwasserreservoirs.

Die Kinder büffeln für ihre abschließenden Examen. Im Dezember gibt es Zeugnisse. Alle haben mehr oder weniger gut abgeschlossen und daher ihre Versetzung in der Tasche. Dies verdanken sie auch der Finanzierung eines Nachhilfelehrers für die schwächeren Schüler durch Sie, liebe Leser und Leserinnen!

Ein Mitarbeiter der deutschen Botschaft aus Dar es Salaam besuchte uns, um uns in die Geheimnisse der Käseherstellung einzuweihen. Mit 50 Liter Milch fingen wir an und waren überrascht, wie wenig Käse am Ende dabei herauskommt. Seit Tagen essen wir also Weichkäse mit Kräutern und Tomaten. Zweck der Übung ist aber, den Käse auf dem Markt in Iringa zu verkaufen, um mit Hilfe unsere Kühe ein kleines Extraeinkommen zu erwirtschaften. Es war eigentlich ganz einfach, und wir hatten alle viel Spaß.

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Im November bekamen wir außerdem Besuch von Vorständen und Matrons anderer Kinderdörfer. Sie waren sehr von unserem Kinderdorf angetan und sie sind an einem weiteren Erfahrungsaustausch interessiert.

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Im Dezember fahre ich nach Deutschland, um bis Februar  Spenden für unsere Kinder zu sammeln. Wenn Sie mich dabei unterstützen möchten, schreiben Sie mir doch bitte unter ingolenz@gmx.net

Eine schöne Vorweihnachtszeit wünschen

Ingo Lenz und das gesamte Team des Kinderdorfes Mbigili

Was geschah im Oktober 2013…?

Vollmond in Mbigili – das nutzen die Kinder, um selbstgemachtes Stockbrot überm Lagerfeuer zu rösten.

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Sie können es auch kaum erwarten, bis unser neuestes Gebäude endlich fertig ist: Ein stabiles Baumhaus, an dem unser Freiwilliger Christoph seit Wochen herum sägt.
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Eine große Überraschung: Plötzlich stand Michael vor mir. Vor fünf Jahren haben wir ihn, vierzehnjährig, vom Social Welfare Office zugewiesen bekommen. Er arbeitete in der Goldmine in Mbeya als sogenanntes „Schlangenkind“ – die Kleinen müssen in die engsten Stollen klettern, um Gold zu schürfen, und werden am häufigsten verschüttet. Er hat keine Eltern, wurde zu groß und landete auf der Strasse. Da wurde er aufgegriffen und war schnell ein beliebtes, wenn auch schweigsames Mitglied der Kinderdorf-Familie.  Nach einigen Wochen verschwand er aber wieder spurlos, alles Suchen – sogar in der Mine – war erfolglos. Nun stand er wieder vor mir. Sein Verschwinden begründete er damit, dass er sich für seine drei kleinen Geschwister verantwortlich fühlte. Die sind jetzt gross genug, wohnen bei Verwandten und so beginnt er jetzt, auf unserer Farm zu arbeiten, da er nie eine Schule besuchen konnte.

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Michael 2008                                       Michael 2013

Mama Mosha und Semeni haben begonnen, Workshops in den umliegenden Dörfern anzubieten. Themen sind: Geburtsvorbereitung, Hygiene, Ernährung.

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Ende Oktober wurden neun unserer Kinder getauft. Zusammen mit den Kindern aus Mbigili kamen 34 Kinder mit allen Verwandten und Freunden ins Kinderdorf, da wir das Fest ausrichteten. Es war gut für unser „Standing“ im Dorf, und den Kindern hat es auch Spaß gemacht.

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Bis zum nächsten Monat,

Ingo Lenz und das gesamte Team des Kinderdorfes.

Was geschah im September 2013…?

Ein großer Schritt für vier unserer Kinder: Ihre 7 jährige Grundschulzeit endete mit einer feierlichen Zeugnisübergabe. Gleich am nächsten Tag begannen sie in Iringa mit einem 3monatigem Vorbereitungskurs für die Secondary School. Damit endet auch das Einzige, was sie in ihrem bisherigem Leben als gesetzt empfunden haben: das Leben im Waisenhaus. Zukünftig werden sie auf Internate gehen und nur in den Ferien zurückkehren.

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Zum Abschluss luden wir alle Kinder, die in den vergangenen Jahren am „Safari-Day“ der Stadt Iringa nicht mit in den Ruaha Nationalpark fahren konnten, ein, auf einem umgebauten deutschen Feuerwehrauto dieses Abenteuer zu erleben. 35 Kinder und 7 Mamas rumpelten also in den Park und waren von den Tieren und der Landschaft begeistert. Wer hätte da auch geahnt, dass der Rückweg neun statt vier Stunden dauern sollte, da die Feuerwehr der holprigen Strecke doch nicht ganz so gewachsen war…Ihre erste Begegnung mit der Schönheit der tansanianischen Tierwelt werden die Kinder  aus vielen Gründen  also niemals vergessen.

 

 

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Es kam viel Besuch ins Kinderdorf, ob ein Team der Telefongesellschaft AIRTEL mit Geschenken, eine NGO, die sich mit der Schulung von behinderten Kindern beschäftigt und die ein TV-Team dabeihatte, oder Therapeuten der Tumaini-Universität Iringa, die unseren größeren Kindern nochmal Wissenswertes zum Umgang mit Sexualität vermitteln.

Eine junge finnische Sonderpädagogin hat für die nächsten 3 Monate  ihren Dienst an der Grundschule und im Kinderdorf begonnen und wird sich speziell mit unseren lernschwachen Kindern beschäftigen. Darüber freuen wir uns.

Der Sohn unserer Gründerin Ursula Lettgen, Christoph, besuchte das Kinderdorf, um u.a.einen Gedenkstein für seine Mutter zu enthüllen. Mit Kinderchor und Kerzenschein wurde es eine heitere und stimmungsvolle Würdigung.

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Und dann bekamen wir noch Isaja, 3 Monate jung, dessen Mutter bei seiner Geburt gestorben ist und dessen Oma keine Möglichkeiten hatte, einen Säugling aufzuziehen. Grade noch rechtzeitig- er war nur noch Haut, Knochen- und Augen. Inzwischen hat er schon ordentlich zugenommen.

 

 

 

 

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Um Isaja und den anderen 64 Kindern in den nächsten 15, 20 Jahren ihres Lebens helfen zu können, treten sie bitte unserem Verein „Kinderdorf Tansania e.V.” bei.
Unter dem Menüpunkt ”Helfen – Mitgliedschaft” finden Sie ein Antragsformular

 

Herzliche Grüsse aus Mbigili von Ingo Lenz und dem gesamten Team