Bei meiner Rückkehr vom alljährlichen Zwischenseminar der Freiwilligen ins Kinderdorf habe ich das Gelände kaum wiedererkannt. Die Regenzeit hat ihre Wirkung gezeigt und überall sprießen grünes Gras und frische Blätter. Es sind in Pfützen badende Vögel zu beobachten und das Kinderdorf wird derzeit von besonders emsigen Nektar-Insekten überflogen, denen die Auswahl der perfekten Blüte bei der Vielzahl an möglichen Exemplaren schwerfällt. Die kleinen Kinder haben Spaß am Zubereiten von buschigen Gräsern, saftigen Blättern und kräftigen Wurzeln in ihren Spielzeugtöpfen und alle Kinder müssen gelegentlich aufgrund starker Regenfälle das Outdoor-Spiel pausieren. Für mich wiederum ist die veränderte meteorologische Lage eine super Gelegenheit meinen Kiswahili-Wortschatz zu erweitern und zum Beispiel die einheimischen Worte für Donner und Gewitter zu erlernen.
Neu im Kinderdorf sind aber längst nicht nur die Grasbüschel, sondern auch drei Kinder, die im Dezember aufgenommen worden sind. Alle Drei scheinen sich gut hier einzuleben und es ist schön, sie beim Schließen ihrer ersten Kinderdorf-Freundschaften zu beobachten. Sefu (11) ist zu Beginn des Dezembers hier angekommen. Während er sich mir an seinem ersten Tag so zurückhaltend vorgestellt hat, dass ich seinen Namen nicht habe verstehen können, läuft er jetzt sichtlich angekommen und als fester Bestandteil der Jungsgruppe seines Alters übers Gelände. Mir macht es immer Freude, Sefu dabei zu haben, denn er ist ein auffällig herzliches Kind und zeichnet sich auch durch seinen besonders sanften Umgang mit den jüngeren Kindern aus.
Die anderen beiden gehören genau zu diesen jüngeren Kindern. Juma ist mit seinen fünf Jahren jetzt Teil der Vorschulgruppe geworden und lernt jeden Morgen in Vorbereitung auf die Schule bei Lehrerin Vero.
Sein kleiner Bruder Imma (3), wiederum ergänzt die morgendliche Kindergartengruppe. Beide Brüder sind Frohnaturen und es scheint, als hätten sie ein paar extra Sonnenstrahlen mit ins Kinderdorf gebracht. Juma spielt dieser Tage gerne mit den Spielzeugautos und achtet stets darauf, dass sein kleiner Bruder genauso gut mit allem versorgt ist wie er selbst und Juma spielt am liebsten draußen mit seiner neu gefundenen Kindergartenfreundin Amina zusammen Meisterkoch. Der schönste Moment, den ich dieser Tage miterleben durfte war der, in dem sich Imma nach dem Kindergarten von mir verabschiedete und mir mitteilter, er gehe jetzt nach Hause. Dass er mit Zuhause das “Yellow House*” des Kinderdorfes meinte, hat es mir warm ums Herz gemacht.
*Kinderhaus der Jungs